Schokolade und Kakao

Die Speise der Götter

Kakaobohnen wachsen auf Bäumen, ursprünglich in Zentralamerika. Diese bilden am Stamm duftende Früchte aus, in deren weichem Fruchtfleisch die Bohnen eingebettet sind. Damit sie genießbar werden, müssen sie fermentiert, getrocknet und geröstet werden. Aus den Bohnen wird durch feines Mahlen Kakaopulver und durch Pressvorgänge Kakaobutter gewonnen, die in der Schokoladenherstellung, Medizin und Kosmetik Verwendung findet.

Je höher der Kakaoanteil einer Schokolade ist, umso hochwertiger ist die Schokolade. Allerdings sollte Schokolade in Maßen genossen werden, sonst wird der positive Effekt durch den hohen Zucker-, Fett- und Kalorienanteil wieder aufgehoben. Außerdem kann Kakao (je nach Bodenbeschaffenheit des Kultivierungsortes) mehr oder weniger Cadmium enthalten, ein Schwermetall, das als krebserregend und nierenschädigend eingestuft wird.

Im Alten Amerika galt Kakao als „Trank der Götter“ und war ein beliebtes Aphrodisiakum. Gewürzt wurden die gemahlenen und mit Maismehl in Wasser aufgekochten Kakaobohnen mit Chili, Vanille, Zimt, Piment und Honig. Dieses Getränk wurde chocolatl genannt. Kakaobohnen waren so kostbar, dass sie als Zahlungsmittel Verwendung fanden.

 

Die zentral anregenden Wirkstoffe sind Theobromin (von griechisch theos = Gott und broma = Speise) und Coffein. Die enthaltenen Polyphenole, die den Bohnen Geschmacksstoff und Gerbstoff sind, wirken auf den menschlichen Körper entzündungshemmend und schützen vor freien Radikalen, außerdem werden Fettablagerungen in den Blutgefäßen abgebaut, was einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System hat. Die enthaltenen Pflanzenfarbstoffe (Flavonoide) wirken lindernd bei Durchfall. Außerdem bewirkt der Genuss von Schokolade, dass im Gehirn Gewebshormone ausgeschüttet werden, die die bekannteste Eigenschaft von Schokolade initiieren: Schokolade macht ohne Zweifel glücklich.

Aber es gibt noch eine dunkle Seite der Schokolade: Ein Großteil des Kakaos, der für uns zu Schokolade verarbeitet wird, kommt von Plantagen der Elfenbeinküste. Dort arbeiten nach Schätzungen von Unicef über 200.000 Kindersklaven auf den Plantagen unter barbarischen Bedingungen: Sie werden von Händlern verschleppt oder an diese von hungernden Familien verkauft, bekommen nur so viel zu essen wie sie brauchen, um zu überleben, haben keinerlei medizinische Versorgung, ihre Unterkünfte bestehen aus ein paar Pfählen, die von Plastikplanen bedeckt sind, sie leisten körperliche Schwerstarbeit meist ohne Bezahlung, sind verbrannt von Sonne und den hochgiftigen Pestiziden und werden nie eine Schule besuchen. Die Schokoladenindustrie interessiert sich nicht für diese Kinder, aber wir sollten dies tun! Achten Sie unbedingt beim Schokoladen- und Kakaokauf darauf, dass diese biozertifiziert und fair gehandelt sind.